Prävention und Kindeswohl

Landesjugendring Hamburg e.V.

Schutz geht vor!

Mädchen und Jungen jeden Alters und jeder Herkunft können Opfer von sexueller Gewalt werden. In der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit ist deshalb Prävention vor sexueller Gewalt ein elementares Thema. Die Hamburger Jugendverbände haben umfassende Schutzkonzepte entwickelt und diese dauerhaft in ihren Strukturen der Jugendverbandsarbeit verankert.

Die Achtung des Kindeswohls sowie der respektvolle und wertschätzende
Umgang aller Akteure innerhalb der Jugendarbeit sind weitere elementare Punkte, zu denen sich die Hamburger Jugendverbände verpflichtet haben.

Kinder und Jugendliche sind damit in den Hamburger Jugendverbänden gut aufgehoben. Die Schutz- und Präventionsmaßnahmen stehen nicht nur auf dem Papier. Sie sind Teil der Ausbildungskurse zum/r Jugendleiter/in (Juleica). Und es sind diese qualifizierten Jugendleiter/innen, welche die Gruppenstunden oder Ferienfreizeiten der Jugendverbände organisieren und durchführen. Flankiert ist diese gelebte Praxis durch jeweils auf den Jugendverband abgestimmte Präventionskonzepte zum Schutz vor sexualisierter Gewalt und zur Achtung des Kindeswohls.

Schutzkonzepte
„Konzepte zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der Jugend- und Eingliederungshilfe sind seit dem 1. Januar 2012 gesetzlich vorgeschrieben (§§ 45, 79a SGB VIII). Die Entwicklung von einrichtungsbezogenen Konzepten zum Schutz vor Gewalt und sexueller Ausbeutung ist damit ein förderrelevanter Faktor für freie Träger. Die Erteilung einer Betriebserlaubnis und finanzielle Förderung setzen voraus, dass solche Qualitätskonzepte in Einrichtungen vorhanden bzw. dass entsprechende Prozesse initiiert sind.
Ein besonderes Augenmerk bei Schutzkonzepten in Einrichtungen muss auf alle Formen von Gewalt – insbesondere sexuelle Gewalt – durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Kindern und Jugendlichen gelegt werden. Eine hohe Relevanz hat auch das Thema der Gewalt unter Kindern und Jugendlichen sowie die Frage nach dem Umgang mit vermuteten Kindeswohlgefährdungen durch Außenstehende (§ 8a SGB VIII-Meldung).
Schutzkonzepte sind als ein erkennbarer Qualitätsentwicklungsprozess zu verstehen. Sie sollen dazu beitragen, Haltungen und Verhalten zu reflektieren und dadurch zu handlungsleitenden Orientierungen führen. Hingegen sollen sie nicht als theoretische Leitlinien und starre Verfahrensvorgaben entwickelt werden.
Ein solcher Entwicklungsprozess muss auf allen Ebenen stattfinden, alle Beteiligten einbeziehen und deren Recht auf Selbstbildungsprozesse sichern. Sie sind deshalb auch nicht abschließend und keine differenzierte und für alle Arbeitsfelder gleichermaßen gültige Leitlinie im Sinne eines Musterkonzepts. Sie richten sich an Träger- und Einrichtungsleitungen.
Bei der Ausgestaltung der trägereigenen Schutzkonzepte sind die jeweils spezifischen Aufgaben, Arbeitsfelder, das Alter der Kinder und Jugendlichen sowie trägereigene Strukturen und Bedingungen zu berücksichtigen.” (Quelle: Leitfragen zur Erstellung von Schutzkonzepten in Einrichtungen; hrsg. von der Freien und Hansestadt Hamburg
Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration - Amt für Familie)