Landesjugendring Hamburg e.V.
Heft 1-2026, Rubrik HausTicker

Kosten steigen.

Ferienfreizeiten für junge Menschen, die Jugendverbände organisieren, sind wesentlich günstiger als kommerziell organisierte Jugendreisen. Warum? Nicht allein, weil sie staatlich gefördert werden (Stichwort »Wander-Euro« in Hamburg), sondern weil Planung, Organisation und Durchführung bei der Vielzahl der Jugendverbände ehrenamtlich basiert ist. Vor Ort im Feriencamp übernehmen junge Menschen mit einer Juleica die Betreuung der Jugendlichen und erhalten für diesen – anderenorts sogenannten – »Job« nichts. Sie machen es, weil diese Ferienfreizeiten Teil ihrer eigenen Verbandserfahrung sind. Sie machen es, um Jüngeren Erlebnisse zu ermöglichen, die sie selbst als damals Jüngere erfahren haben. Und toll fanden. Sie geben weiter. Allerdings steigen die Kosten für Ferienfreizeiten. Die Fachstelle Jugendreisen im Bundesjugendring wertet seit Jahren die Teilnahmebeiträge aus und berichtet über eine deutliche und anhaltende Kostensteigerung: »Für einwöchige Ferienfreizeiten innerhalb Deutschlands liegen die durchschnittlichen Teilnahmebeiträge inzwischen um mehr als 50 Prozent über dem Niveau des Jahres 2019. … Die Entwicklung macht deutlich, dass es sich nicht um kurzfristige Preisschwankungen handelt, sondern um eine strukturelle Kostensteigerung.« (www.dbjr.de) Ursache sind die externen Kosten; für Anreise, Unterkunft und Verpflegung sind die Preise elementar gestiegen.

In der jugendverbandlichen Praxis sind Ferienfreizeiten zentral für junge Menschen. Sie ermöglichen ihnen Freiräume, Gemeinschaftserfahrungen, Selbstständigkeit und außerschulisches Lernen – unabhängig vom sozialen Hintergrund. »Angesichts der Kostensteigerungen darf dieses Angebot nicht zu einem Privileg werden«, betont der DBJR. »Ziel und Auftrag der Jugendverbandsarbeit bleibt es, allen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an Ferienfreizeiten zu ermöglichen.«

Damit dies weiterhin gelingt, braucht es politische Lösungen. In Hamburg läuft aktuell der Reformprozess des Landesförderplans »Familie und Jugend«. Verhandelt wird dieser im Landesjugendhilfeausschuss. In einem Gremium, das keine haushaltspolitischen Entscheidungen der Stadt Hamburg fällen kann. Nicht allein für Ferienfreizeiten der Jugendverbände ist eine Erhöhung der Zuwendungen notwendig, es muss eine angepasste Dynamisierung der Fördermittel an die reale Kostenentwicklung geben. Nur so kann sichergestellt werden, dass Ferienfreizeiten auch künftig ein selbstverständlicher Bestandteil jugendverbandlicher Praxis bleiben. Dafür setzt sich der Landesjugendring Hamburg auf politischer Ebene ein. (jg)