Landesjugendring Hamburg e.V.
Heft 3-2015, Rubrik Vielfältige Jugendarbeit

Thema Flüchtlinge: Wie geht’s weiter – in den Jugendverbänden und beim LJR?

Von Maria Wassersleben, Landesjugendring Hamburg

Wer am 12. Juli am interaktiven Thementag »young & welcome – Jugendverbandsarbeit für und mit jungen Geflüchteten« teilnahm, ging mit neuen Eindrücken und Ideen nach Hause : mit Eindrücken zu den Lebensrealitäten junger Geflüchteter und Ideen dazu, wie sie stärker in Hamburger Jugendverbände eingebunden werden können. Deutlich wurde in der gemeinsamen Arbeitsphase, dass es für letzteres vielfältige Möglichkeiten gibt. Und nicht immer muss es etwas Neues sein. Viele der bestehenden Angebote eignen sich, um junge Geflüchtete teilnehmen und mitwirken zu lassen.

Gleichzeitig steckt viel Potenzial in neuen Aktionen, die einen niedrigschwelligen Zugang erlauben und auch ohne Sprache Gemeinschaft stiften, z.B. durch Sport, Kunst, Musik, Tanzen, Spielen oder Kochen. Egal welchen Weg man wählt, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung braucht Energie, Hintergrundwissen und Feingefühl – so berichteten Aktive aus Jugendverbänden, die bereits Erfahrungen gesammelt haben.

Wichtig ist, junge Geflüchtete aktiv über die Möglichkeiten zu informieren und sie bei ihren Interessen und Bedürfnissen abzuholen. Kontakt- und Vertrauensarbeit, auch mit den Eltern, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Zudem ist es notwendig, aufenthaltsrechtliche und finanzielle Aspekte mitzudenken und sich über mögliche Herausforderungen durch Sprachbarrieren, kulturelle Unterscheide und Traumatisierungen bewusst zu sein.

Eine Frage, vor der viele Jugendverbände zunächst stehen, ist: Wie stellt man überhaupt den ersten Kontakt zu jungen Geflüchteten her, wenn es in der Alltagswelt bislang keine Berührungspunkte gibt? Gute Anlaufstellen hierfür sind die sog. Vorbereitungsklassen, die es mittlerweile an fast allen Schulen in Hamburg gibt, zudem »fördern & wohnen«, der Betreiber der meisten Unterkünfte, und die vielen ehrenamtlichen Initiativen in den Stadtteilen.

Zwei Veranstaltungen zu jungen Geflüchteten hat der LJR nunmehr auf die Beine gestellt. Wir freuen uns, dass beide den Effekt hatten, dass nicht nur wir aus den Jugendverbänden dazulernen, sondern auch »externe« Personen und Institutionen Jugendverbände als wertvolle Akteure auf diesem Feld wahrnehmen. Die gewonnenen Kontakte und Ideen sind nun mit Leben und Taten zu füllen.

Der Landesjugendring ist gespannt, was sich bei Euch bewegen wird, und steht selbst vor der Frage, wie das Thema von seiner Seite weiter begleitet werden kann. Dabei möchten wir uns an Euren Interessen und Bedarfen orientieren. Also lasst uns wissen, was Ihr in den Jugendverbänden braucht! Sind es vielleicht mehr Räume für Erfahrungsaustausch unter den Verbänden? Ist es die Vermittlung von Kontakten? Sind es Handreichungen oder Workshops zu bestimmten Themen? Kommt einfach auf uns zu und äußert Eure Wünsche und Vorstellungen.

Kontakt: refugees@ljr-hh.de