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(Bild: Deutsches Zollmuseum)

Hannoverscher Bahnhof

Der ehemalige Hannoversche Bahnhof – Wiederentdeckung eines vergessenen Ortes
Der Hannoversche Bahnhof am Lohseplatz in Hamburg wurde 1872 als Personen- und Güterbahnhof eröffnet. 1906 löste der Hamburger Hauptbahnhof ihn als Personenbahnhof ab, doch es fanden weiterhin Gütertransporte statt.
Vom 20. Mai 1940 bis zum 14. Februar 1945 wurden vom Hannoverschen Bahnhof mindestens 7.692 Hamburger/innen und Norddeutsche in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt, da sie der rassistischen NS-Ideologie zufolge als Juden, Sinti oder Roma verfolgt wurden. Die meisten von ihnen wurden anschließend ermordet. Zahlreiche Mitarbeiter/innen des nationalsozialistischen Terrorapparats sowie weiterer Behörden und Wirtschaftsbetriebe sorgten für den reibungslosen Ablauf der Deportationen. Die große Mehrheit der Hamburger/innen sah tatenlos zu, wie ihre Nachbarn verschwanden.
Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde der Hannoversche Bahnhof durch Bombenangriffe teilweise zerstört. Die erhaltenen Teile dienten weiterhin als Güterbahnhof, bis sie 1955 und 1981 abgerissen wurden.
Mit den Planungen für die Erschließung der HafenCity fand der vergessene Ort wieder größere Aufmerksamkeit. Hamburger Wissenschaftler/innen wiesen zudem 2004 in einer Studie auf das Deportationsgeschehen hin.
Der Ort wurde mit Informationstafeln gekennzeichnet, die seine Vergangenheit als Deportationsbahnhof erläuterten. Die Opferverbände sprachen sich für eine Gedenkstätte am historischen Ort aus. Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte konzipierte die Ausstellung »In den Tod geschickt. Die Deportationen von Juden, Sinti und Roma 1940 bis 1945«. Sie wurde erstmals im Frühjahr 2009 im Kunsthaus Hamburg gezeigt. Eine von der Kulturbehörde beauftragte Projektgruppe hat parallel dazu erste Ideen für die Gestaltung der Gedenkstätte entwickelt.

Die bisherigen Planungen für den Gedenkort
Die Eröffnung des »Informations- und Dokumentationszentrums Hannoverscher Bahnhof« ist für 2013 geplant. Die Ausstellung »In den Tod geschickt« soll dort dauerhaft an die Deportationen von Juden, Sinti und Roma aus Hamburg erinnern. Ebenfalls zum Gedenkort in der HafenCity gehören unter Denkmalschutz stehende Überreste einer erhaltenen Bahnsteigkante sowie historischer Gleisanlagen, von denen die Deportationszüge losfuhren. Diese Spuren der Geschichte sollen als Teil eines gestalteten Gedenkortes im zukünftigen Lohsepark mit dem »Informationsund Dokumentationszentrum« in einer Sichtachse verbunden werden.

Die umfangreichen Planungen zur Weiterentwicklung des Lohseparks und des späteren Gedenkorts begleitet eine Expertenrunde.